Murre Gin: Eine preisgekrönte Familiengeschichte

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Murre Gin Quelle: Wacholders?! GmbH
Murre Gin Quelle: Wacholders?! GmbH

Gin mit Möhre. Ein neues Konzept, dass gut ankommt. Der Murre Gin gewinnt 2019 die goldenen Auszeichnungen „Frankfurt International Trophy“ und „Singapur Awards“. Doch hinter dem Rezept für den Gin und der Gründung der wacholdas?! GmbH steckt nicht nur leckerer Gin, sondern auch eine unglaubliche Familiengeschichte.

Wir haben den Hersteller besucht und im Interview einiges zu der Geschichte hinter dem Gin erfahren. Gegründet wurde die wacholders?! GmbH vom Ehepaar Gemmel und einem weiteren Gesellschafter aus Sankt Augustin-Hangelar. Wir treffen Ralph Gemmel, den Gründer und Geschäftsführer, in seinem Büro. In entspannter Atmosphäre erklärt uns der lebensfrohe Rheinländer, wie er zum Gin-Hersteller wurde. Dabei gab es einige Umwege.

Wie kommt man eigentlich auf die Idee eigenen Gin herzustellen?

Die Liebe zu Schottland führte die Familie zum Whisky. „Am Anfang war Gin für mich nur Wacholderschnaps. Doch dann stellte ich fest, dass es eine schöne, große Bandbreite gibt und eben nicht nur zwei Sorten, die man schon kannte.“, erklärt uns Gemmel im Interview. Den Weg zur Herstellung des Gins ebnete das schottische Vorbild. Schotten stellen während sie jahrelang darauf warten, dass ihr Whisky reift, häufig eigenen Gin her. Gin ist nämlich schon nach sechs bis acht Wochen abfüllbar. „Den Denkanstoß selbst Gin herzustellen, hat dann schließlich meine Frau gegeben. Wir selbst haben ein Fass Whisky lagernd und sie meinte, mach es doch wie die Schotten.“, sagt Gemmel. Was erst nach einer Schnapsidee klang, wurde 2018 ein eigenes Unternehmen.

Murre Gin Quelle: Wacholders?! GmbH
Murre Gin Quelle: Wacholders?! GmbH

„Remember where you come from“ und „Keep it simple“: Zwei Murre Gin Mottos für den Erfolg

Doch es fehlte noch die entscheidende Idee zur Rezeptur. „Beim Spaziergang mit dem Hund hier am Flugplatz in Hangelar kam mir die Idee mit der Möhre. Und da machte es mehr oder weniger Ping. So entstand die Idee eines heimatverbundenen Gins. Denn hier in Hangelar wurden früher Möhren angebaut.“ Es folgten die ersten Experimente und Rezeptideen. Dabei stand das Motto: „Keep it simple“ im Mittelpunkt. „Beim Probieren schmeckt man häufig nur fünf bis sechs Aromen“, meint Gemmel. Während andere Hersteller mit sehr vielen Botanicals werben, sorgen im Murre Gin daher nur sieben Zutaten für den Geschmack. In der Probierphase schaute die Familie, welche Zutaten zur Möhre passen. „Klassisch vom Kochen kennt man, dass Orangen und Möhren ganz gut zusammenpassen. Zur Orange passt die Pfefferminze schön und so haben wir unsere Rezeptur mehr oder weniger auf die Schiene gesetzt.“ Die passende orange Färbung des Gins passt nicht nur zur Möhre, sondern auch zum Hasenlogo. Sie ist jedoch zugesetzt, denn nach der Destillation ist der Gin wieder klar. Sie verändert laut Gemmel jedoch nicht den Geschmack.

Die Tochter hatte den richtigen Riecher

Nachdem die Möglichkeit einer Destillation gefunden war, wurde der erste Gin hergestellt. Am Rezept feilte die Familie jedoch noch weiter. So ganz perfekt war der Murre Gin noch nicht. Die älteste Tochter hatte die rettende Idee. „Meine Tochter hatte tatsächlich das Näschen reingesteckt und sagte die Zitrone wäre störend“, erklärt Gemmel mit einem Lächeln. Wer nun eine Flasche Murre Gin öffnet, dem steigt ein angenehmer Geruch nach Orangen und Minze in die Nase, der an Tee erinnert. Dank der Tochter stand die Rezeptur fest und im August 2018 wurden die ersten Flaschen Murre Gin verkauft.

Murre Gin Quelle: Wacholders?! GmbH
Murre Gin Quelle: Wacholders?! GmbH

Doch jeder Anfang ist schwer. Während zwar die ganze Familie Gemmel hinter dem Projekt stand, „haben es die ersten nicht so ganz ernst genommen“, verrät uns Gemmel. Erstmals wurden sie viel belächelt, doch als es konkreter wurde, stand auch der Freundes- und Bekanntenkreis hinter der Idee. Gemmel hielt zunächst das Risiko gering. Die erste Produktion waren rund 200 Flaschen. „Im allerschlimmsten Fall, hätte ich die dann mit Freunden über die Zeit selber trinken müssen“, sagt er lachend. Doch dazu sollte es nicht kommen, schon am ersten September war der Murre Gin ausverkauft. Nach den beiden Auszeichnungen in Frankfurt und Singapur ist der Erfolg des Möhren-Gins kaum mehr zu leugnen.

Die große Frage: Gin pur oder gemischt?

Ralph Gemmel meint eine Spirituose sollte immer lecker schmecken. Für ein Gläschen am Abend also ein purer Genuss. „Wenn jedoch ein Grillabend mit Freunden ansteht, dann ist Gin mit Tonic alleine auf Grund der Dosis des Alkohols zielführender.“ Seine Tonic-Water-Empfehlung zum Murre Gin ist ein nicht zu herbes Tonic. „Tonic Water kann teilweise mit seinen Aromen den Murre-Gin-Geschmack überlagern, dennoch ist es lecker. Zu viele Fremdaromen sollten jedoch nicht sein. Letztlich bleibt die Wahl des Tonics aber eine Geschmacksache.“ Wer mal zu tief ins Gin-Glas schaut, dem rät Gemmel dazu viel Wasser zu trinken, am besten schon beim Alkoholgenuss.

Ralph Gemmel meint, du solltest den Murre Gin unbedingt probieren, weil…

„Ich finde einen sehr schönen Trend der letzten Jahre, dass es eine Bewegung gibt in der die Leute weniger Alkohol trinken. Dafür trinken sie aber höherwertigen Alkohol. Das finde ich sehr schön und das soll gerne so weiter gehen.“ Lachend fügt er hinzu: „Ich sehe uns natürlich auch als einen höherwertigen Alkohol.“

Murre Gin Quelle: Wacholders?! GmbH
Murre Gin Quelle: Wacholders?! GmbH

Ralph Gemmel meint du solltest den Murre Gin unbedingt probieren, „weil der Murre Gin einfach etwas ganz anderes und besonderes ist. Wir setzen eine neue Zutat ein und die hat halt eine Chance verdient.“ Wer den Murre Gin probieren möchte, kann ihn über die Webseite murre-gin.de bestellen. Zukünftig steht der Murre Gin auch im Supermarkt-Regal, doch bis dahin müssen noch einige kleine Details geklärt werden.

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