Winters Brandschätze: Ein Seemann füllt das Meer in Flaschen

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Windstärke 12 und MeerGin Quelle: Winters Brandschätze
Windstärke 12 und MeerGin Quelle: Winters Brandschätze

Wie wird ein ehemaliger Kapitän der Marine und Kommandant einer Fregatte zu einer geankerten Landratte und zum Spirituosenhersteller? Martin Winter erzählt seine außergewöhnliche Lebensgeschichte und wie er in seinem Gin das Meer und das Landleben vereint.

Martin Winter brennt nicht nur Spirituosen, sondern empfindet auch brennende Leidenschaft für seine Produkte. Das spiegelt sich schon im Namen Brandschätze wieder. Brandschatzen ist ein Begriff, der eigentlich an Piraten erinnert. Allgemein wird unter Brandschatzen das Niederbrennen oder Plündern verstanden. Martin Winter sieht hingegen in dem Begriff ein Wortspiel: Das Brennen eines besonderen Schatzes! Doch wie kam er zur leidenschaftlichen Brennerei?

Ein Kapitän, eine Meerjungfrau und die Liebe zum Genuss

Die besondere Lebensgeschichte von Martin Winter startet in Kiel nahe der Ostseeküste. Dort wächst der Seemann und zukünftige Kapitän auf. Nach dem Abitur zieht es ihn auf See und er erfüllte sich seinen Lebenstraum als Kapitän einer Fregatte. Danach ankerte er in Berlin im Verteidigungsministerium und eine Geschäftsreise führte ihn zum Kaiserstuhl nach Freiburg. Dort bezirzte ihn die badische Meerjungfrau Alixe Winter. Es war für beide Liebe auf den ersten Blick im Weinhaus „Alte Wache“. Sie wurde seine Ehefrau und er fand in Baden-Württemberg mit einer frühen Pensionierung seinen Heimathafen. Während hier ein Hollywood-Film enden würde, startete jedoch Winters stürmische Karriere als Spirituosenhersteller.

Mirabellenbrand Quelle: Winters Brandschätze
Mirabellenbrand Quelle: Winters Brandschätze

Seine Frau ist Küferin, war badischen Weinkönigin und der Schwiegervater Brenner. Das Brennhaus des Vaters faszinierte Winter. Die Maschinen und die Möglichkeiten. „Wir haben uns ineinander verliebt, nicht nur die Brennanlage, sondern auch die Frau“, erzählt Winter lachend. Der Schwiegervater verstarb und hinterließ ihm sein erstes Brennergeschirr. „Früh packte mich die Leidenschaft und Faszination für das Brennen, doch nach dem Tod war es mir ein besonderes Anliegen diese Brennereikultur weiterzuführen. Es hatte mich einfach angesteckt“, erzählt Winter.

MeerGin Quelle: Winters Brandschätze
MeerGin Quelle: Winters Brandschätze

Das Thema Genuss beeinflusste sein Leben auf eine neue Weise, er wurde staatlich geprüfte Fachkraft für Brennereiwesen, arbeite beim Etikettenhersteller Vollherbst und im Vertrieb des Weingutes Franz Keller. Dann startete er seine eigenen gebrannten Schätze. „Dabei war es mir total wichtig, auf der einen Seite meine Heimat in Norddeutschland und die Seefahrt, die mich ganz lange geprägt hat zu verbinden mit den Aromen von hier. Und so habe ich versucht meinen eigenen Gin zu entwickeln“, sagt Winter. Wichtig war ihm dabei vor allem eins: Das Ganze mit viel Freude und Leidenschaft zu machen.

Gin Tonic und Marine: Ein Seemann plaudert aus der Kajüte

„Der Seemann steht natürlich für Seemannsgarn und Seemannsgeschichten.“, sagt Winter. Und erzählt daraufhin die Geschichte, des Gin Tonics. „Ich habe bei der Marine schon relativ früh die Geschichte kennengelernt, wie aus Marine-Sicht Gin-Tonic entstanden ist.“, berichtet uns Winter. „Im Prinzip haben sie uns immer erzählt, dass die englische Marine am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts große Probleme hatte über längere Zeit die Trinkwasserversorgung zu sichern. Letztendlich haben sie dann Chinin und Zitronensäure versucht beizufügen um die Haltbarkeit zu verlängern.“ So wurde das Tonic Water geboren.

Martin Winter Quelle: Winters Brandschätze
Martin Winter Quelle: Winters Brandschätze

Die Kombination mit Gin kam jedoch wegen der Mundhygiene. „Schlecht gebrannter Gin diente damals als eine Art Mundwasser. Der findige Seemann fand das damals zu langweilig und kippte beides mit einem Stück Zitrone zusammen“, erklärt Winter mit einem Schmunzeln. Auch in seinen 14 Jahren bei der Marine begleitete Winter der Gin und Gin Tonic, jedoch nicht zur Mundhygiene. Die Liebe zum Gin und zum Meer wollte Winter in Flaschen abfüllen und so folgte der erste Gin.

Windstärke 12: Der erste Gin in der Brandung

Seinen ersten Gin destillierte Winter vor gut zwei Jahren. Windstärke 12 nennte er seinen ersten Gin. Die 12 im Namen ist ein Wortspiel, denn Winter verwendet für den Windstärke-Gin 12 Botanicals. „Windstärke 12 ist ein klassischer London Dry Gin. Von den 12 Botanicals kommen zwei aus Norddeutschland, das sind Heiderosen- und Rapsblüten. Letzteres gibt dem Gin eine leicht florale Note. Die anderen zehn Botanicals kommen aus Baden.

Die beiden gin Sorten Windstärke 12 und MeerGin Quelle: Winters Brandschätze
Die beiden gin Sorten Windstärke 12 und MeerGin Quelle: Winters Brandschätze

Natürlich die klare Wacholdernote, etwas Anis, getrocknete Schnapsbirne und geriebene Schale der Biozitrone sind Bestandteile.“ Vier Wochen bleibt der Gin nach der Destillation in einem Edelstahltank und am Ende wartet der Windstärke 12 mit 45 Prozent Umdrehungen auf. „Er soll ein kleiner Orkan, ein Sturm in Glas sein“, erklärt uns Winter. Danach folgte ein zweiter Gin, diesmal ein echter Hingucker.

MeerGin: Das Meer im Glas

„Ich hatte die Idee auf der Basis der Grundrezeptur von Windstärke 12 einen Blue Gin zu machen. Und so entstand der MeerGin.“ Ein weiteres Wortspiel. Mit seiner strahlend blauen Farbe weckt der MeerGin schon die Sehnsucht nach Urlaub und dem Rauschen des Ozeans. Gleichzeitig klingt der Name jedoch nach mehr Gin, ein Leitmotto vieler Gin-Liebhaber. Schon beim Öffnen verbreitet sich ein Duft nach salziger Meerluft. „Ich gebe nach der Destillation blauen Algenextrakt als natürlichen Farbstoff und etwas Meersalz in den Gin hinein.“ Weniger Anis und mehr Zitrone machen ihn besonders spritzig. „Für mich ist das ein Gin, der ein Stück weit wie Meerwasser aussieht, wie Meer riecht und schmeckt und die ideale Verbindung meiner Heimat und meines Lebens darstellt.“ Der MeerGin erfüllt ganz klar das Motto: Das Auge isst mit.

Mit dem MeerGin füllt Martin Winter das Meer in Flaschen Quelle: Winters Brandschätze
Mit dem MeerGin füllt Martin Winter das Meer in Flaschen Quelle: Winters Brandschätze

Martin Winter meint: Darum musst du den Gin unbedingt probieren

Martin Winter brennt im wahrsten Sinne des Wortes für seine Spirituosen. Diese Leidenschaft schmeckt man auch im Glas. Dabei hat er einen hohen Anspruch an sich selber und die Qualität seiner Produkte. Dabei sollen die Gins vor allem authentisch sein. „Letztendlich war es eine besondere Herausforderung die Idee in seinem Kopf wirklich in die Flasche zu bekommen“. Ein eigener Fingerabdruck, eine eigene Aromen-Welt, das war Winter vor allem wichtig. Martin Winter trinkt gerne Gin pur, doch noch lieber mag er die Kombination mit einem trockenen Tonic. Zum einen meint Winter solltest du den Gin unbedingt wegen seiner Geschichte probieren. Dich dabei wie ein Seemann oder eine Meerjungfrau fühlen und die maritime Atmosphäre spüren. Zudem ist gerade der MeerGin mit seiner Farbe besonders, „ein Blick ins Glas entführt einen zu Meer“. Erwerben kannst du den Gin über die Webseite brandschaetze.com. Vielleicht folgt dann ja die Lust auf mehr.

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